Auslandreise Berlin 6.-9. Mai 2010

Am Donnerstag, 6. Mai 2010 am Morgen um 7.00 Uhr fanden sich 13 reiselustige Frauen bei der Katholischen Kirche in Littau ein um gemeinsam mit dem Reisebuss und einem Chauffeur vom Car Hess zum Flughafen nach Zürich zu fahren. Alle waren total aufgeregt und konnten es kaum erwarten, loszufahren und die Reise endlich zu starten.

Am Flughafen angekommen, ist eigentlich alles reibungslos verlaufen. Alle Frauen konnten problemlos einchecken und anschliessend haben wir uns bei einem Flughafen-Morgenessen für die riiiiesen lange Reise ;) gesterckt. Währenddem wir uns von den ersten Reisestrapazen erholten, kamen auch unsere beide letzten Gspändli am Flughafen an. Vreni und Annemarie Heuberger waren von ihrem Zuhause direkt mit dem Zug zum Flughafen gefahren und haben uns beim "Käfele" entdeckt. So jetzt aber auch noch schnell einchecken und dann können wir wirklich langsam richtig Flugzeug steuern. Aber "ohaläz"! Jetzt hat doch Die am Schalter noch bemerkt, dass die ID von Annemarie schon seit längerer Zeit abgelaufen ist. Hätte Sie das jetzt nicht auch übersehen können wie auch schon bei den vielen anderen Male, wo Annemarie mit dem abgelaufenen Pass vereist war. Tja es hilft alles nichts, da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man bezahlt "zünftig" für einen Kurzaufenthaltspass oder man lässt sich nicht erwischen. Nun die zweite Variante ist viel interessanter und wir lassen es mal darauf ankommen. Immerhin ist Berlin eine schöne Stadt um evtl. noch länger dortbleiben zu müssen ;). 

Den Transfer zum Flugzeug haben wir in Etappen gemacht, da die Einen bereits wieder so durstig waren und irgendwie die Zeit beim Cüpli vergessen haben und die Anderen so pflichtbewusst bereits im zuständigen Bus auf dem Flugfeld warteten. Beim Flieger angekommen, war wohl nicht ganz bei allen das Busmikrofon richtig eingestellt gewesen. So stiegen die Einen nach Anweisung beim richtigen Eingang ein und die Anderen wollten wohl nur mal "kurz" von vorne bis fast zu hinterst sehen, wer da wohl alles mit uns nach Berlin fliegt ;).

Nach einem sehr angenehmen Flug sind wir am Mittag in Berlin gelandet. Das Wetter war saumässig "grusig" kalt, nass und windig gewesen. Beim Ausgang hat uns die zuständige Reiseleiterin in Empfang genommen. Eine "wunderschöne und junge" Frau ;). Wir haben sie leider fast nicht verstanden da sie dank dem super schönen Wetter ziemlich verkältet und sehr heisrig war. Aber hey kein Problem wir hatten ja bis zum Hotel nur eine informative Stadtrundfahrt vor uns. Wir müssen also nur ganz leise und anständig sein, dann verstehen wir bestimmt etwas und zum Glück hat es ja in den VIP-Cars Mikrofon! 

Beim Hotel angekommen hatten wir schnell unsere Zimmer bezogen und sind natürlich rasch in die Hotelbar um uns von den Reisestrapazen zu erholen und den ersten obligaten Apéro zu geniessen. Natürlich wollten wir auch unbedingt die netten, sympathischen, echten Berliner-Barmens beäugen, aber den Ausdruck "ond weder en typische Berliner" hatte erst seinen Anfang genommen.

Am ersten Abend war Musical und Show angesagt. 5 Frauen besuchten das Musical "Dirty Dancing" im Theater am Potsdammerplatz und waren hell begeistert. Die restlichen 10 machten sich auf den Weg in den Friedrichspalast und liessen sich hautnah von einer fantastischen Show in ihren Bann ziehen. Wieder im Hotel angekommen, hatten sich noch Alle in der Hotelbar eingefunden, einen Schlummertrunk genossen und sich die "netten" Barboys nochmals näher angeschaut.

Am nächsten Morgen (Freitag 7. Mai) mussten wir erfahren, dass unsere Reiseleiterin krank ist. Statt Einem Ersatz standen plötzlich zwei Reiseleiter auf der Matte. Irgend etwas war bei der Organisation schief gelaufen und die zwei Männer diskutierten und buhlten um die Gunst von so vielen Frauen ;).

Der Schauspieler hatte gewonnen und dies war unser grosses Glück. Mit guter Laune sind wir mit einem Kleinbuss Richtung Potsdamm gefahren und Burkhard Heyl hat uns auf dem Weg viele Sehenswürdigkeiten gezeigt. Viele waren jedoch "eingetütelt" und dies heisst: im Bau. Es ging weiter über "hubbelige" Strassen und mit viel Gelächter auf den hinteren Plätzen konnte Petra so richtig schön Rodeo reiten, olé! Unser echter Berliner Begleiter meinte: Jetzt machen wir noch einen Halt am Meer von Berlin und Nacktbaden sei natürlich auch gestattet. Unser Chauffeur war schon ein älterer Herr und war ziemlich schockiert und sehr nervös über das bevorstehende Pausenbad ;). 

Aber so schlimm war es dann trotzdem nicht denn es wäre auch viel zu kalt gewesen, höchstens so 2 cm. Wir wollten nur schnell ein paar Fotos schiessen von diesem idyllischen Platz . Aber was heisst hier schnell. Jetzt war der Reiseleiter gefragt. Wir hatten ihm einfach alle Kameras an den Arm gebändelt und er genoss es sichtlich und schoss völlig gelassen ein Bild um das andere bis wir fast Wurzeln geschlagen hatten.

Anschliessend setzten wir die Fahrt in die Innenstadt von Potsdamm fort. Es lohnte sich sehr einen kurzen Zwischenhalt im Holländerviertel zu machen, denn dies ist nämlich die einzige Siedlung im holländischen Stil ausserhalb von Holland. Sie besteht aus Reihenhäusern mit unverputztem roten Bachstein, welche den 2. Weltkrieg fast unbeschadenn überstanden haben. Erbaut wurde die Siedlung Anfang des 18. Jahrhunderts vom Soldatenkönig Friedrich-Wilhelm dem Ersten für holländische Einwanderer, welche jedoch Handwerker sein mussten. Heute ist die Siedlung neu restauriert und besteht aus kleinen Läden, Beizli, Galerien, Kunsthandwerken und Antiquitäten.

Unser nächstes Ziel war Sanssouci (ohne Sorgen). Das Schloss mit eigener Orangerie liegt im östlichen Teil des 3,5 km grossen Parks. Unter weiblicher Führung hatten wir eine Besichtigung im Schloss, welches eines von den bekanntesten Hohenzoller Schlösser in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdamm ist. Der preussische König Friedrich der Grosse hatte das Schloss nach einer Skizze von 1745-47 im Rokokostil als kleines Sommerschloss erbauen lassen. Unter Friedrich dem IV. ist es dann von 1840-42 erweitert worden. Eindrücklich ist die 97 Meter lange Gartenfront, der Metallbau mit der Kopple und die Götter und Göttinnen welche den Weinbau symbolisieren. Die Innenräume bergen richtige Kunstschätze mit Erinnerungen an Friedrich den II. wie z.B. die kreisrunde Bibliothek und Gemäldegallerie. Anschliessend machten wir uns mit den Fotoapparaten ausgerüstet in verschiedene Richtigungen auf um den Park mit seinen prächtigen Sujets, aus Blumen, Brunnen, Chinesischem Teehaus und noch vielem vielem mehr, festzuhalten.

Völlig ausgehungert haben wir uns auf den Heimweg gemacht und uns riesig auf ein delikates Nachtessen gefreut. Serviert wurde als Menu 1: Fischstäbli mit Kartoffeln und als Menue 2: Wildfleischvogel mit undefinierbarer Füllung :(.

Den bitter nötigen Verdauungsspaziergang machten die Einen zum Fernsehturm, dem höchsten Wahrzeichen von Berlin mit 368 Meter, am Alexanderplatz. Leider konnten sie nicht bis ganz hinauf, da man dort nur Essen konnte und sie ja bereits im Hotel sehr feudal :( gespiesen hatten. Aber die Aussicht "Berlin by Night" war trotzdem genial gewesen. Wieder zurück im Hotel konnten sie sich noch einen Schlummertrunk in der Hotelbar genehmigen.

Ottilia, Andrea, Alice, Renate und Petra stürmten nach dem "feinen" Nachtessen, kurz vor 21 Uhr, noch ins KDW (Kaufhaus des Westens). 6. Stock - die Lifttüre öffnet sich und Alice bewaffnet mit dem Fotoapparat um die ersten Eindrücke zu schiessen, aber "ohalätz" da werden schnell böse Blicke zurück geschossen. Wir erfuhren dann, dass es gar nicht gestattet war, in der Lebensmittelabteilung ohne Bewilligung zu fotografieren. Nach kurzem Schnuppern der vielen Köstlichkeiten waren wir auch schon wieder draussen.

Berlin bei Nacht hat auch sein Schönes. Vom Brandenburgertor bis zum Alexanderplatz sind wir gestolpert und wollten als Belohnung ins Opernkaffee. Als wir dieses endlich gefunden hatten, war es aber leider bereits geschlossen. Auch in unserer Hotelbar war um Mitternacht niemand mehr aufzutreiben und so mussten wir wohl oder übel ohne Schlummertrunk in unsere Betten schlüpfen.

Gestärkt vom feinen Morgenessen haben sich am Samstag, 8. Mai alle gemeinsam auf den Weg gemacht, um im Kaufhaus des Westens ausgiebig zu flanieren. Fast aus jedem Land hat man etwas gefunden, sogar "Willisauerringli" gabs im riesigen Angebot. Nach unseren diversen Errungenschaften und der Besichtigung der Delikatessenabteilung im 6. OG (ein MUSS) trafen wir uns natürlich zu einem Cupli im hauseigenen Restaurant.

Anschliessend trennten wir uns und machten uns je nach Interesse auf, um Berlin an unserem letzten Tag noch ausgiebig zu besichtigen und zu geniessen.

Alice, Ottilia, Renate, Andrea und Petra liessen sich während einer Kanalrundfahrt, mit dem Schiff ab Alexanderplatz, viele Sehenswürdigkeiten zeigen und lauschten den Erklärungen des echten Berliner "Kapitäns". Später wurde der Fernsehturm mit dem Lift erklummen und die Aussicht auf die ganze Stadt sowie ein wunderschöner Sonnenuntergang in vollen Zügen genossen. Im "Total verrückten Wirtshaus" wurde anschliessend ein super feines (endlich) Nachtessen serviert aber der Servierboy wurde trotz schönstem Dekolté von Alice nicht erweicht und zeigte wieder einmal einen "echten Berliner"-Charakter. Mit viel Spass und Gelächter ging auch dieser Abend leider sehr schnell vorbei.

Vreni und Annemarie flanierten weiter bei den Häckschen Höfen und besuchten das Sea Live und den Aquadom. Später trafen sie sich zum gemeinsamen Nachtesses in der Pizzeria.

Die restlichen unternehmungslustigen Frauen drückten ihre Nasen an den Scheiben eines 100-er Doppeldecker-Buses platt und liessen sich noch einmal an den vielen diversen Sehenswürdigkeiten vorbei chauffieren. Beim Apèro in einer gemütlichen Pizzeria wurde auch gleich der Tisch für das Nachtessen reserivert, welches sich sichtlich gelohnt hat. Auch hier durfte ein super feines Essen genossen werden in Form von einem zarten und sehr preisgünstigen Rindsfilet. Es wurde ein sehr lustiger Abend und auch für den Kellner war der Abend gerettet. Beim Abschied winkte er den tollen Frauen nach und hoffte sie am nächsten Abend wieder begrüssen zu dürfen.

Bereits ist es Sonntag, 9. Mai (Muttertag). Nach dem super feinen Morgenessen mit Lachs und Cüpli sowie wiederum bomben Stimmung hiess es Koffern packen, denn es ging leider schon wieder Richtung Heimat :(. Rosmarie und Alice fanden noch kurz die Zeit um eine wunderschöne Rose zu besorgen und Petra für die tolle Organisation dieser Reise herzlich zu danken.

Um 10 Uhr hiess es Abmarsch zur U-Bahn und weiter Richtung Flughafen. Kurz vor dem Einstieg ins Flugzeug hörten wir über Lautsprecher die Überraschung: Unser Flug wurde infolge Vulkanwolke gestrichen, also kein Heimflug in Aussicht! Was nun? Wie weiter? Petra nahm kurz telefonisch Rücksprache mit Silvia Stöckli und dann hiess es nichts wie los zum Bahnhof Berlin. Ottilia und Vreni spurteten los und konnten zum grossen Glück für alle im Nachtzug Plätze ergattern.

Bis zur Abfahrt mussten 4 Stunden überbrückt werden. Zum einen warteten wir im gemütlichen Restaurant bei Speis und Trank, beim Jassen, SMS versenden und angeregten Gesprächen. Zum anderen war der Bahnhof so gross und vielfältig, dass die Zeit beim "Lädele" im Nu verflog.

 

Um 21.30 Uhr hiess es dann Einsteigen. Welche Wagennummer ist unsere? Ohalätz, wir sind doch prompt im falschen Wagon gelandet und grosse Hektik entstand bei allen anderen Fahrgästen, wir blieben natürlich völlig cool ;).

6 Frauen pro Abteil mit Sack und Pack eingepfercht, Koffer unter den Sitzen verstaut und endlich sitzend, war es Petra kreidebleich im Gesicht nicht mehr so ganz wohl zu mute. Da halfen nur noch heilende Hände. Stinksocken runter, Füsse ins Zug-Lavabo getaucht und anschliessend eine wohlige Fussmassage durch Renate. Die Farbe im Gesicht kam zurück und alle fühlten sich schon viel besser.

Mit Rotwein und etwas zum Knabbern liessen wir es uns gut gehen und von Schlafen war sowieso nicht die Rede.

Infolge der "Massagepraxis" hatte Rosmarie "leider" keine Schlafmöglichkeit in ihrem Abteil gefunden. Notgedrungen flüchtete sie in die Cüpli-Pause und Vreni und Lisbeth leisteten ihr zum Glück Gesellschaft im Zugrestaurant bis sie vom Personal aus dem Wagon "verbannt" wurden - na Herzlichen DANK auch!

Es half alles nichts und sie mussten den Rückzug ins Schlafabteil antreten. Aber im Massageabteil sassen immernoch quietschfiedel zwei "frömdi Fötzle" auf Rosmaries Platz, aber wir nennen keine Namen (gell Nana) ;). Also immer noch nichts mit Schlafen, so schade, ja dann genehmigen sich halt die drei Fraugen auch noch ein Glas Rotwein.

Um 1.00 Uhr packten uns dann doch die Schlafläuse und Alice war bereits so müde, dass sie sogar falsch ins Bett gestiegen war. Nach kurzer gewollten Drehung bei so niedriger Höhe war Alice völlig gefangen in ihrem "Schlafgemach" und konnte sich nicht mehr vor und zürück bewegen. Mit gemeinsamer Hilfe schafften wir es dann aber doch noch - Gute Nacht!

 

Früh am Montagmorgen, 10. Mai um 06.00 Uhr stand bereits Vreni im Gang und konnte vor Rückenschmerzen nicht mehr schlafen. Rosmarie erbarmte sich und leistete ihr im Zugrestaurant Gesellschaft. Anfangs bei einem Kaffee und anschliessend.....

Um 09.30 Uhr kamen wir endlich im HB in Zürich an und unser Buss vom Car Hess erwartete uns bereits. Nach 13stündiger Heimreise verabschiedeten wir uns, gesund aber noch nicht wirklich munter, um 10.30 Uhr bei der Kath. Kirche in Littau und wir alle waren uns einig:

 

BERLIN WAR DIE REISE WERT......

Renate, Rosmarie, Petra / Littau im November 2010